Test Roksan Attessa Plattenspieler – MINT 49 01/2022

Jens Ragenow
von Jens Ragenow
16.02.2022

Mit Bernhard Rietschel hat sich ein echtes Urgestein und HiFi-Kenner den Roksan Attessa Turntable angeschaut und Probe gehört. Dementsprechend groß war die Spannung, wie der sich der Plattenspieler aus der neuen Attessa-Serie im Test schlägt. Soviel sei vorweg verraten: Der Dreher hat im Hörtest komplett überzeugt.

Roksan Attessa Plattenspieler MINT Test Ausgabe 49

Hierbei handelt es sich um eine Zusammenfassung des Testberichts aus der MINT, Ausgabe 49 vom Januar 2022. Den vollständigen Testbericht können Sie sich mit einem Klick direkt als PDF herunterladen.

Getestet zum Preis von 1.250.-€ im Januar 2022.

Ein Test vom Experten für Enthusiasten – Bernhard Rietschel und das Vinyl-Magazin MINT

Bernhard Rietschel gehört zu den langjährigen Experten im HiFi-Bereich, der sich auch (und vor allem) mit Plattenspielern bestens auskennt. Die MINT hingegen ist DAS Magazin für Schallplattenliebhaber schlechthin – und der Roksan Attessa Plattenspieler schickt sich als neuer Herausforderer mit jahrzehntelanger Tradition in der Preisklasse bis 1.500.-€ an, Marktanteile zu erobern. Somit könnte man fast sagen, ein „Treffen der Giganten“.

Die Realität ist hingegen viel entspannter, geht es doch um eines der schönsten Hobbies der Welt. Musik hören und genießen.

Das Wichtigste zuerst – Das Fazit zum Hörtest des Roksan Attessa Plattenspielers

Üblicherweise spricht (bzw. schreibt) man erstmal über die Eigenschaften und Besonderheiten des zu testenden Produkts, erzählt ein bisschen was über die Firmengeschichte und kommt dann zum eigentlichen Produkt. Soviel zur Dramaturgie eines Testberichts.

Der Attessa Plattenspieler hat den Tester aber so überzeugt, dass er einfach mal alle journalistischen Grundsätze über Bord geworfen hat und das Ergebnis des Hörtests an den Anfang stellt. Also: Hier das Fazit zum Test des Roksan Attessa Plattenspielers als Zitat:

“Er spielt die Stärken des Mediums aus wie kein anderer Spieler in seiner Preisklasse: Musikalischer Flow, Eleganz, eine wunderbare Offenheit stellen sich ein. Melodien ziehen den Hörer durch ihr feines Auf und Ab an, fesseln die Aufmerksamkeit. Die Phrasierung von Sängern und Instrumentalisten kommt zum Vorschein, was den Songs auch ohne oberflächliche Effekte zu Ausdrucks- und Überzeugungskraft verhilft. Es ist ein glatter, anmutiger, zugleich sehr fein aufgelöster Klang, unspektakulär und dennoch kraftvoll.“

Bernhard Rietschel über den Roksan Attessa Plattenspieler im Test für die MINT Ausgabe 49 im Januar 2022

Damit weiß man eigentlich schon alles, was man wissen muss. Andererseits ist der Test so gut geschrieben, dass wir Ihnen auch den Rest nicht vorenthalten wollen.

Entwickelt und gefertigt in der Wiege des HiFi – „Made in Britain“

Roksan ist grundsätzlich Vollsortimenter, ist aber vor allem für seine Plattenspieler (wie beispielsweise den Roksan Xerxes) berühmt. Und wie es sich für einen Engländer gehört, ist hier „einiges anders“ als bei gewöhnlichen Plattenspielern.

Im Grundsatz ist er ein riemengetriebener Brettspieler ohne Subchassis, der mit wenigen Handgriffen spielfertig vor Ihnen steht. Der Tonabnehmer ist vormontiert, der eingebaute Phono-Vorverstärker auf Wunsch deaktivierbar. Das Design ist blitzsauber, die Verarbeitung ebenso. Besonders fällt das außergewöhnlich feine Finish an der Zarge und die perfekt sitzende Zierleiste aus Aluminium auf, in die die drei beleuchteten Tipptasten eingelassen sind. Diese Tasten befehligen wiederum die integrierte, prozessorgesteuerte Stromversorgung, die den Motor mit perfektem Wechselstrom versorgt.

Der 1,8 Kilogramm wiegende Teller aus Glas und Aluminium liegt auf einem orange eingefärbten und ziemlich leichtgewichtigen Subteller aus Plastik perfekt plan auf. Und auch beim Edelstahllager mit Messingbuchse gibt es keine Überraschungen.

Reicht guter Musik die Hand – Mit einem außergewöhnlichen Tonarm

Roksan Attessa Turntable Tonarm im Fokus

Der Tonarm besteht aus der Oberseite aus einem nach hinten U-förmig gebogenen Aluminiumprofil, welches auf der Unterseite durch eine Schale aus ABS-Kunststoff ergänzt wird. Das eigentlich Spannende daran ist die Lagerung des Tonarms an sich, denn er ruht auf einer einzigen Spitze. Dadurch ist eine dauerhaft reibungsfreie Beweglichkeit garantiert; und der Profi nickt auch schon wissend: Ein Einpunkt-Tonarm. Und auf dieses Konzept dürfte zum Teil auch der auffallend feine, räumlich stabile Klang zurückgehen, der den Tester so überzeugt hat.

Wer Einpunkter kennt, weiß auch um ihre Eigenheiten bei der Einrichtung, wobei sich der Attessa-Tonarm dank cleverer Konstruktion erstaunlich gut handhaben lässt. Nur noch einmal sauber einstellen (das Tonabnehmersystem ist bereits korrekt vormontiert) und der Spaß beginnt. Und wie! Der Attessa Plattenspieler klingt im Test offen, räumlich und abtastsicher. Seinen Teil dazu bei trägt auch der Tonabnehmer an sich: Roksan Dana.

Diamonds are a girl’s best friend – Tonabnehmer Roksan Dana im Profil

Roksan Attessa Turntable Tonabnehmer DANA im Detail

Das von Roksan auf den Namen “Dana“ getaufte Tonabnehmersystem setzt auf einen elliptisch geschliffenen Diamanten in einem Nadelträger aus Aluminium und wird beim japanischen Spezialisten Audio-Technica gefertigt. Spannendes Detail dabei: In den Korpus des Dana passen auch alle anderen AT-Austauschnadeln aus der VM-Serie. Ob gefasst-elliptisch, nackt-elliptisch oder MicroLine-Schliff, Sie haben es in der Hand.

Und da Bernhard Rietschel just eine solche MicroLine-Nadel (VMN40ML) zur Hand hatte, wurde diese auch flugs Probe gehört. Dort erwies sich das gesamte System dann nochmals eindrucksvoller – nämlich sanfter, informativer und farbenreicher als die Originalnadel. Ein Upgrade mit einer anspruchsvollen Nadel, welches nicht überall lohnt, hier aber überraschend performt. Auch wenn das Upgrade nicht unbedingt notwendig ist, es ist doch schön, dass der stolze Besitzer zumindest die Möglichkeit hat.

Auch der integrierte Phono-Vorverstärker weiß zu überzeugen – Und bleibt eingeschaltet

Roksan Attessa Turntable Rueckseite

Viele in Plattenspieler eingebaute Phono-Vorverstärker sind eher „Notlösungen“ als wirklich kompetente Spielpartner. Nicht so beim Roksan Attessa Plattenspieler. Der machte seine Sache so gut, dass er nach ein paar Hörvergleichen eingeschaltet blieb und am CD-Eingang des Referenzverstärkers lief.

Ist der Roksan Attessa Turntable perfekt? – Nein, aber er klingt hervorragend!

Anders als beispielsweise beim Streaming ist die Schallplatte immer noch eine höchste mechanische Angelegenheit. Dementsprechend macht sich der Motor auch ganz dezent im Ausgangssignal bemerkbar. Das fällt am Hörplatz zwar kaum auf, aber wenn man gezielt danach sucht, wird man auch fündig. Sicherlich, es gibt noch leiser laufende Laufwerke, aber geschmeidiger, ergreifender und konzentrierter als der Roksan Attessa wird sich kaum einer schlagen.

Dass die Entwickler den Betrieb des Plattenspielers „aktiv“, also mit eingeschaltetem Phono-Pre als Standard erachten, zeigt sich auch am Fehlen einer Massenklemme. Wer den Plattenspieler trotzdem an einem externen Phono-Vorverstärker betreiben will, muss mitunter ein wenig experimentieren, um einen garantiert brummfreien Betrieb zu erreichen. Oder man macht es wie Autor im Test, lässt den Schalter auf „Active“ und hört den Dreher genau so, wie er entwickelt wurde. Denn so präsentiert er sich als Gesamtkunstwerk, mit dem man so einfach und stilvoll zu sonst nirgends vergleichbarem Hörspaß kommt.

Der Test des Roksan Attessa Turntable hat Sie neugierig gemacht und Sie möchten den Dreher Probe hören?

Hier geht es zur Produktseite des Roksan Attessa Turntable mit vielen weiteren Informationen und der praktischen Händlersuche.

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